Café Orgánico aus Mexiko

Ein Klassiker des fairen Handels erhält den Deutschen Nachhaltigkeitpreis 2017

Der Café Orgánico der gepa - Gewinner des Nachhaltigkeitspreises 2017
Der Café Orgánico von GEPA – The Fair Trade Company – Gewinner des Nachhaltigkeitspreises 2017

Er ist ein alter Bekannter und in vielen Regalen von Eine-Weltläden, Bio-Läden und Supermärkten gleichermaßen zu Hause: Der Café Orgánico von  GEPA – The Fair Trade Company. Er war der erste fair gehandelte Bio-Kaffee auf dem deutschen Markt. Jetzt hat er den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2017 in der Kategorie Produkte gewonnen.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis

Der Nachhaltigkeitspreis prämiert jedes Jahr „kreative Lösungen für die Herausforderungen von morgen: Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement würdigt Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit. … Mit dem Preis fördert die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. gemeinsam mit der Bundesregierung und weiteren Partnern mutige Akteure und Ideen mit Vorbildfunktion.“ So heißt es auf der Website des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Café Orgánico:
Ein vorbildlich nachhaltiges Produkt

Warum ist jetzt der Café Orgánico Deutschland nachhaltigstes Produkt 2017 geworden?

Die Jury fasst die Begründung kurz und knapp in diese Worte:

Volle Kanne nachhaltig: Die Bohnen für den GEPA Bio Café Orgánico werden nach Bio-Standards angebaut und fair gehandelt. Das Unternehmen GEPA setzt sich für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Kaffee-Partner ein. Zudem werden die Bohnen seit Jahren mit 100% Ökostrom geröstet.

So ist es auf der Website des Deutschen Nachhaltigkeitspreises nachzulesen. Und damit ist eigentlich auch alles Wichtige gesagt. Fehlen nur noch ein paar Informationen über die Menschen hinter diesem Kaffee:

Die Produzent*innen

Foto: GEPA – The Fair Trade Company; C. Nusch; A, Fischer; M. Kehren.

Café Orgánico wird unter anderem von der Kooperative San Fernando in Mexiko produziert.

Die Kooperative wurde 1984 gegründet und hat heute fast 1000 Mitglieder. Die Mitglieder arbeiten nicht allein, sondern haben sich zu 36 Produzentengruppen zusammengeschlossen, die in sechs Gemeinden der mexikanischen Provinz Chiapas ansässig sind.

Die Umstellung auf eine ökologische Kaffeeproduktion, der Aufbau der eigenen Verarbeitung und des Exports, die Qualitätssicherung – all das kostete viel Zeit und Kraft. Die Mitglieder erhielten zum Beispiel zinslose Kredite, um Kaffeepflanzen und Landparzellen kaufen zu können sowie Stipendien für ihre Kinder. Inzwischen geht es in der Kooperative darum, wie sie die Kaffeeerträge im ökologischen Anbau steigern können.

Eine Besonderheit: 42 Mitglieder der Kooperative leben mit ihren Familien im Nationalpark Tierra Colorada. Ihre Kaffeegärten unterscheiden sich kaum von dem sie umgebenden Wald. Bei der Pflanzung von Schattenbäumen achten die Bauern auf den Erhalt der Artenvielfalt und pflanzen fünf verschiedene Sorten. Zudem haben sich sie sich dazu verpflichtet, ihre Kaffeepflanzung nicht weiter auszudehnen. Trotzdem wurden die Familien von der Regierung zu illegalen Siedlern erklärt. So ist ihr Leben sehr beschwerlich: Keine Steinhäuser, keinen Strom und nur Regenwasser. Doch die Familien von Tierra Colorada wollen in ihrem Dorf bleiben.

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